
Centrum Muzyki Przywracanej

Webbs Horizonte - Begegung und Konzert
21.06.2026, Sonntag, 18:00 Uhr
Internationales Kulturhaus in Międzyzdroje
Entritt frei
Katarzyna Stasiewicz – Violoncello
Zuzanna Całka – Elektronik
Jakub Stefek – Orgel
Muss zeitgenössische Musik wirklich schwierig und unverständlich sein? Oder kann sie Geschichten ebenso eindrucksvoll erzählen wie Film, Literatur oder Malerei? Der Abend in Międzyzdroje lädt das Publikum in eine Welt von Klängen ein, die die Fantasie anregen, die Zeit für einen Moment anhalten lassen und neue Perspektiven auf Musik eröffnen.
Das Konzert beginnt mit einem kurzen Einführungsvortrag über zeitgenössische Musik. In zugänglicher und anschaulicher Weise sprechen wir darüber, wie heutige Komponistinnen und Komponisten Emotionen gestalten, sich von Technologie, dem Kosmos, Elektronik oder alter Musik inspirieren lassen und warum moderne Klangwelten auch für Menschen faszinierend sein können, die sonst ganz andere Musik hören.
Der zweite Teil des Abends führt in eine Welt außergewöhnlicher musikalischer Bilder. Im Zentrum des Programms steht das Werk „Webbs Spiegel“ von Dariusz Przybylski für Violoncello, Orgel und Elektronik. Die Komposition ist vom James-Webb-Weltraumteleskop inspiriert, das Licht sichtbar macht, das Millionen Jahre unterwegs war. Die Klänge werden hier zu musikalischen Entsprechungen ferner Galaxien — mittelalterliche Melodien Hildegards von Bingen erscheinen wie Echos aus großer Entfernung und werden durch Elektronik und monumentale Orgelklänge verwandelt. Es ist Musik voller Raum, Spannung und hypnotischer Klangfarben, die an den Blick in einen nächtlichen Himmel über dem Meer erinnert.
Ein weiterer wichtiger Programmpunkt ist das Projekt „Late Night Takes“ von Zuzanna Całka — Musik zwischen kammermusikalischem Klavierklang, Ambient, Elektronik und subtiler Improvisation. Diese Klangwelt scheint geschaffen für nächtliche Gespräche, sommerliche Spaziergänge und stille Momente. Ihre Kompositionen geben keine eindeutigen Antworten vor, sondern schaffen vielmehr Atmosphären, in denen jede Zuhörerin und jeder Zuhörer eigene Emotionen und Erinnerungen entdecken kann. Die Künstlerin zählt heute zu den interessantesten jungen Persönlichkeiten der polnischen alternativen und zeitgenössischen Musikszene.
Dieser Abend richtet sich an alle, die dem sommerlichen Alltag für einen Moment entfliehen und in neue Klangwelten, kosmische Inspirationen und Musik von heute eintauchen möchten. Man muss kein Kenner zeitgenössischer Musik sein — Neugier und Offenheit für ein besonderes Erlebnis genügen.
Zuzanna Całka
Pianistin, Komponistin und Musikproduzentin. Absolventin der Fryderyk-Chopin-Universität für Musik in Warschau sowie der Universität der Künste Berlin. Ihre Musik verbindet Klassik, Elektronik, Ambient und Jazz und erschafft atmosphärische Klanglandschaften. Ihr Album Late Night Takes (2024), das in Berlin gemeinsam mit dem zweifachen Grammy-Preisträger Antonio Pulli gemischt wurde, fand in Polen und im Ausland große Anerkennung. Die Künstlerin präsentierte das Album auf Tourneen in Deutschland, den Niederlanden, der Slowakei und Polen, unter anderem beim Festival OPIA. 2025 vertrat sie Polen beim größten europäischen Showcase-Festival Eurosonic. Eines ihrer Werke erschien außerdem auf der Compilation Piano Day vol. 4 des Labels LEITER von Nils Frahm. Aus ihrer Zusammenarbeit mit Spitfire Audio entstand zudem eine eigene Klangbibliothek. Preisträgerin des Transatlantyk Instant Composition Contest (2019).
Jakub Stefek
Organist, Forscher und Kulturökonom. Doktor der musikalischen Künste sowie Doktor der Wirtschaftswissenschaften, Dozent an der Kunstakademie in Szczecin. Seit 2020 Organist der Synagoge Pestalozzistraße in Berlin — eines der bedeutendsten Zentren synagogaler Musik in Europa —, wo er mit Kantor Isidoro Abramowicz und dem Abraham Geiger Kolleg zusammenarbeitet. Autor der ersten polnischen Dissertation über jüdische Komponisten von Orgelmusik (1810–1938), ausgezeichnet im Majer-Bałaban-Wettbewerb. Konzertauftritte in Polen, Deutschland und Israel im Rahmen des Projekts „Musik der Neuen Synagoge“. Seine Aufnahmen erschienen unter anderem bei DUX, Requiem Records und der Universität Potsdam. Zusammenarbeit mit der Philharmonie Szczecin, dem POLIN-Museum und der Fryderyk-Chopin-Universität für Musik Warschau.
Katarzyna Stasiewicz
Cellistin und Gambistin. Absolventin der Fryderyk-Chopin-Universität für Musik in Warschau (Klasse Andrzej Bauer) sowie Studentin der Viola da gamba an der Musikakademie Katowice (Klasse Krzysztof Firlus). Stipendiatin des polnischen Kulturministeriums (2020). Preisträgerin nationaler und internationaler Wettbewerbe, Konzerttätigkeit in Europa, Kanada und Südkorea. Sie trat unter anderem im Witold-Lutosławski-Studio, im Königsschloss Warschau und beim ECMA Festival in Riga auf. Darüber hinaus widmet sie sich eigenen Projekten — während der Pandemie schuf sie eine Reihe von Bearbeitungen bedeutender Werke der Musikliteratur für Violoncellensembles, darunter Kompositionen von Penderecki, Lutosławski und Weinberg.

Die Veranstaltung wird mitfinanziert durch die Woiwodschaft Westpommern
